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Mutmach-Geschichte zum 1. Advent 2022

Vorlesen

Ver-rückt – wörtlich genommen oder: 

Advents-„Challenge“

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, heißt es so schön. Und genau darum geht es im Advent: Den Anfang von dem zu spüren, was die Maßstäbe der Welt ver-rückt. Den Beginn von dem wahrzunehmen, was heilt, rettet und tröstet. Was das Kleine aufwertet und die Mächtigen vom Thron stürzt.

Doch im Advent haben wir alles schon so oft gemacht, dass ja eher die Wiederholung funktioniert als die Erneuerung.
Da ist es gut, mit einer kleinen „Challenge“ das Neue zu spüren.

Denn im Kern ist Advent eine Anfangszeit. Eine Zeit, in der das Not-Wendende angebahnt wird. Mit dem Kommen Gottes in die Welt ver-rücken sich die Werte: Nicht mehr das Mächtige zählt, sondern das Kleine und Unscheinbare.

Am besten, ich fange da mal ganz bescheiden in meinem Alltagsrahmen an – und nehme es wörtlich: Ich fange an, etwas zu Hause zu ver-rücken. Den Sessel stelle ich so auf, dass ich anders aus dem Fenster schaue. Das vertraute Bild nehme ich ab – und hänge etwas Neues auf. Vielleicht finde ich ja Gefallen daran. Auf jeden Fall bin ich wacher und aufmerksamer durch das Ver-rücken. Schon drinnen in meinen vier Wänden.

Und vielleicht geht es ja mit dem Ver-rücken auch draußen und in meinem Verhalten weiter. Mit anderen Maßstäben und im Blick auf andere Menschen.

Ich nehme mir vor, den Typ an der Bahnhofsecke mal anzusprechen und ihn zu fragen, was sein größter Weihnachtswunsch ist  – und möchte mit dem in Kontakt kommen, an dem ich sonst so oft verschämt vorbei hetze.

Schon in Gedanken schön, diese ver-rückende Anbahnung von Anderem und Neuem. Ich bin neugierig, wie es sich anfühlt, wenn ich es umsetze.

Die Mutmachgeschichten stammen von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit und des Vorstandes der TelefonSeelsorge Deutschland.

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