TelefonSeelsorge in Deutschland

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Statistik der MAIL - Beratung



Die TelefonSeelsorge in Deutschland ist seit 1995 im Internet auch für Online-Beratung per Mail erreichbar.

Die vorliegenden Zahlen dokumentieren den Stand  zum Jahresende 2007 und die Entwicklung in der Mail-Beratung im Vergleich mit früheren Jahren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das zunächst im öffentlichen E-Mail-Verkehr abgewickelte Angebot Ende 2002 auf ein gesichertes, Web-basiertes Verfahren umgestellt wurde.
So stehen viele Zahlen zu Details erst ab 2003 zur Verfügung.

Die Fortsetzung der Statistik  ab 2008  finden Sie   hier  (Zusatz-Fenster).

Übersicht

Sie können direkt zu den einzelnen Abschnitten gelangen:

Mitarbeitende und TS-Stellen
Anzahl der Kontakte
Geschlecht der Ratsuchenden
Alter der Ratsuchenden
Lebensform der Ratsuchenden
Berufliche Situation der Ratsuchenden
Themen der Kontakte

 

Mitarbeitende und TS-Stellen

2007 gab es in Deutschland 104 TelefonSeelsorge-Stellen. Davon waren insgesamt 33 Stellen in der Mailberatung tätig.

259 TelefonSeelsorgerInnen haben 2007 die eingehenden Anfragen beantwortet.

Das Potenzial von insgesamt etwa 350 hauptamtlich und 7.000 für die Telefonberatung ausgebildeten ehrenamtlich Mitarbeitenden ermöglicht es uns, der Nachfrage von Ratsuchenden auch im Internet gerecht zu werden. Ehrenamtliche MitarbeiterInnen können nach der etwa einjährigen Vorbereitung auf den Telefondienst nach mehrjähriger Beratungserfahrung am Telefon und weitergehender spezieller Fortbildung für die Beratung per Mail auch in der Online-Beratung mitarbeiten.

Der zentrale Mail-Eingang und die deutschlandweite Verteilung an die BeraterInnen ermöglicht es, eine zeitnahe Erstantwort - in der Regel innerhalb von 3 Tagen, auch an Wochenenden und Feiertagen - zuzusagen.

Die Zahl der an der Mailberatung mitwirkenden Stellen hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt; die Zahl der Beratenden ist in diesem Zeitraum auf mehr als das Dreifache gewachsen.


Mitarbeit 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
TS-Stellen 13 16 20 27 30 31 32 33
BeraterInnen 85 91 101 177 215 245 278 259

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Anzahl der Kontakte

Wir unterscheiden zwischen Erstmails und Folgemails. Eine Erstmail ist die erste Kontaktaufnahme eines/einer Ratsuchenden. Dabei legt der/die Ratsuchende einen Beratungs-Account auf dem zugriffsgesicherten Server der TelefonSeelsorge an. Die Zahl der Erstmails entspricht der Anzahl von Personen, die eine Anfrage an die TelefonSeelsorge im Internet gerichtet haben.
Als Folgemails gelten alle weiteren Nachrichten der/des Ratsuchenden, die auf diese Erstmail folgen und in dem angelegten Account dem/der selben Berater/Beraterin zugeordnet sind.

4.107 Ratsuchende haben in 2007 die Mail-Beratung in Anspruch genommen. Davon hat etwa jede(r) Fünfte die Erstantwort nicht abgerufen.


Kontakte 2003 2004 2005 2006 2007
Anzahl Erstmails 2.456 3.444 4.203 4.536 4.107
Anzahl Folgemails 5.939 8.908 11.324 11.757 11.368
Gesamtmails 8.395 12.352 15.527 16.293 15.475
ungelesene Erstantwort -- -- 807 977 841


Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden belassen es nicht bei ihrer ersten Anfrage, sondern sie wenden sich nach der ersten Antwort mindestens noch einmal mit einer Folgemail an den/die TelefonSeelsorgerIn. 


Kontaktart in % 2003 2004 2005 2006 2007
einmalig 45,1 44,2 44,0 44,1  44,9
mehrfach 54,9 55,8 56,0 55,9  55,1


Bei den Beratungen mit Rückmeldung lassen sich Fallgruppen nach der Häufigkeit der Folgemails bilden.
Vorwiegend handelt es sich dabei um relativ kurzfristige Kontakte mit maximal zwei Folgemails, die in der Regel nach 2 - 3 Wochen beendet sind.
Bei etwa 5% kommt es zu mehr als 10 Folgemails. Es gibt also offensichtlich auch Bedarf an einer längerfristigen Begleitung.


Kontakthäufigkeit in % 2003 2004 2005 2006 2007
keine Folgemails 45,1 44,2 44,0 44,1 44,9
1 22,5 20,4 19,5 20,5 19,8
2 9,4 10,4 11,5 10,6 11.0
3 - 5 12,3 13,1 13,2 13,5 13,1
6 - 10 5,8 6,2 7,3 6,1 5,7
über 10 4,9 5,6 4,5 5,2 5,5

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Geschlecht der Ratsuchenden

In den ersten Jahren des Internetangebots war der männliche Anteil der Ratsuchenden etwas größer als jener der Frauen. Dies hat sich in den späteren Jahren jedoch umgekehrt, seit sich auch mehr Frauen im Internet bewegen als in den Anfangsjahren. Über Zweidrittel der Ratsuchenden sind heute weiblich. 

Von 440 der 4.107 Ratsuchenden ist das Geschlecht nicht bekannt.


Geschlecht in % 2003 2004 2005 2006 2007
männlich 34 32 28,8 27,8 26,7
weiblich 66 68 71,2 72,2 73,3

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Alter der Ratsuchenden

Vergleicht man die Ratsuchenden am Telefon mit denen in der Mailberatung, so ergibt sich beim Alter der deutlichste Unterschied. Durch das Internetangebot erreicht die TelefonSeelsorge eine deutlich jüngere Klientel als am Telefon. Die größte Gruppe ist die der 20-29jährigen, gefolgt von den 10-19jährigen. Die drittgrößte Gruppe stellen die 30-39jährigen.
Etwa Zweidrittel der Ratsuchenden in der Mailberatung sind jünger als 30 Jahre.

Bei 1.288 der 4.107 Ratsuchenden ist das Alter nicht bekannt.


Alter in % 2003 2004 2005 2006 2007
0 - 9 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1
10 - 19 28,7 26,6 26,1 26,6 23,9
20 - 29 40,2 39,1 36,9 37,8 38,4
30 - 39 19,8 19,1 20,4 18,1 19,5
40 - 49 8,6 11,1 12,4 12,3 12,8
50 - 59 2,2 3,5 3,5 4,3 4,5
60 - 69 0,3 0,4 0,5 0,8 0,7
70 u. älter 0,1 0,2 0,0 0,1 0,1

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Lebensform der Ratsuchenden

Jeweils etwa ein Drittel der Ratsuchenden lebt allein, in einer Partnerschaft bzw. Ehe oder in einer Familie. Die recht große Zahl der in einer Familie Lebenden ist sicherlich auf die vielen Ratsuchenden unter 30 Jahren zurückzuführen.

Bei 1.279 der 4.107 Ratsuchenden ist die Lebensform nicht bekannt.


Lebensform in % 2003 2004 2005 2006 2007
allein lebend 30,3 27,2 26,8 26,1 26,9
in Partnerschaft / Ehe 30,0 33,1 33,2 32,1 34,3
in einer Familie 33,6 33,5 32,8 33,8 31,9
allein erziehend 4,3 3,8 5,5 5,3 5,3
in einer Gemeinschaft 1,8 2,4 1,6 2,6 1,6

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Berufliche Situation der Ratsuchenden

Die Altersstruktur der Ratsuchenden korrespondiert mit der beruflichen Situation. Auffallend ist eine gegenläufige Entwicklung in der Zahl der in Ausbildung Befindlichen zu der der Erwerbstätigen.
Die Gruppe der Arbeitslosen steht mit etwa 12% an dritter Stelle.
Die Zahl ratsuchender Rentner/innen ist in den letzten Jahren gestiegen.

Bei 1.948 der 4.107 Ratsuchenden ist die berufliche Situation nicht bekannt.


Berufe in % 2003 2004 2005 2006 2007
erwerbstätig 36,8 36,9 37,3 39,4 41,0
Hausfrau/-mann 3,8 4,8 5,4 4,6 5,6
arbeitslos 11,7 13,2 13,2 12,1 11,8
Rentner/innen 1,1 1,0 1,3 2,7 2,6
selbständig 1,5 2,4 3,2 2,4 2,7
in Ausbildung 45,4 41,7 38,7 38,9 36,3

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Themen der Kontakte

Bei den Themen gibt es im Vergleich zum telefonischen Kontakt auch wieder Übereinstimmungen. So nehmen die Beziehungsthemen einen zentralen Platz ein. Nimmt man die drei Themenbereiche "Beziehung, Ehe, Partnerschaft", "Familie, Verwandtschaft" und "Freunde, Nachbarn, Kollegen" zusammen, so zeigt sich, dass rund ein Drittel über Probleme aus dem Themenkomplex "Soziale Beziehungen" schreiben.

Das Thema "Psychische Krankheit" belegt mit etwa 15% einen erheblichen Anteil, was sich bei den Telefonkontakten ebenfalls zeigt.

Mit etwa 5% heben sich die Themenbereiche "Suizid", "Sinn, Glaube, Orientierung" und "Einsamkeit" noch von anderen Themenbereichen ab.

Das Thema "Schule und Ausbildung" hat in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen.


Themen in % 2003 2004 2005 2006 2007
Individuelle Situation :
Sinn, Glaube, Orientierung 5,7 5,8 5,2 5,9 5,7
Einsamkeit 6,4 5,4 5,0 4,8 4,6
Krankheit (physisch) 3,4 3,0 3,2 3,0 2,6
Psych. Krankheit 13,8 14,6 12,3 12,1 11,9
Selbstverletzendes Verhalten 3,2 3,5 3,4 2,9 3,4
Essstörung 2,0 1,6 1,8 1,7 2,0
Sucht 2,2 1,6 2,0 2,1 2,4
Suizid 6,0 6,3 6,2 5,7 5,0
Sterben, Tod, Trauer 2,7 2,6 2,7 2,5 2,7
Gewalt, Kriminalität, Mißbrauch 3,5 2,9 3,9 3,7 3,7
Umgang mit Sexualität 3,3 3,7 3,5 3,8 3,5
Schwangerschaft 1,3 1,3 0,9 0,9 1,0
Soziale Bindungen :
Beziehung, Ehe, Partnerschaft 24,9 23,4 19,7 20,3 20,1
Familie, Verwandtschaft 6,7 7,7 9,9 10,6 11,0
Freunde, Nachbarn, Kollegen 3,0 3,0 4,2 4,2 4,0
Soziales Umfeld :
Arbeit, Schule, Ausbildung 3,6 3,6 5,3 6,0 6,1
Wohnen, Freizeit 0,5 0,5 1,3 1,1 1,4
Geld, wirtsch. Fragen, Schulden 1,6 1,4 3,3 3,0 3,6
Weltansch., Ges., Politik, Kirche 0,2 0,4 0,6 0,7 0,6
Information allgemein 2,8 2,5 2,2 1,4 1,5
Sonstiges 3,4 5,3 3,3 3,7 3,0

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