Suizidprävention Thema der Leitertagung in Vierzehnheiligen im Mai 2011
Pressemitteilung, 13. Mai 2011
Vom 09. – 12. Mai trafen sich 170 Leiterinnen und Leiter der von den Kirchen getragenen TelefonSeelsorgestellen und Offenen Türen in Deutschland sowie Gäste aus Österreich, der Schweiz und Südtirol in Vierzehnheiligen (Bad Staffelstein).
Unter dem Titel „Nimm dir das Leben! TelefonSeelsorge / Offene Tür und Suizid“ setzten sie sich intensiv mit dem für TelefonSeelsorge zentralen Thema der Suizidprävention auseinander, das den Gründungsimpuls für die ersten TelefonSeelsorgestellen vor über 50 Jahren darstellte.
In Referaten (Christiane Schmermer: „Suizidale Gesellschaft!?“; Prof. Stephan Ernst: „Suizid im Spannungsverhältnis von Scham, Schuld und Freiheit“), Diskussionen und Workshops befassen sich die Teilnehmer mit der Frage, wie die TelefonSeelsorge ihren Auftrag wahrnimmt und sich angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen positionieren kann. Etwa 17.000 Mal wandten sich im vergangenen Jahr Menschen per Telefon, Mail und Chat mit akuten oder immer wiederkehrenden Suizidgedanken an die 105 Stellen der TelefonSeelsorge in Deutschland. Dabei gilt es oft, die leisen Töne und Andeutungen der Anrufenden zu verstehen, die aus unterschiedlichen Gründen ein Ende ihres Lebens ersehnen und selten so spektakulär sind wie die in den Medien bekannt gewordenen Selbsttötungen des Robert Enke oder jüngst von Gunther Sachs. In den meisten Fällen steht hinter dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen, mehr der Wunsch nach einem anderen Leben als der Wunsch nach dem Tod.
Durch die Kostenübernahme durch die Deutsche Telekom AG für die anfallenden Gesprächsgebühren bei Anrufen aus allen bundesdeutschen Netzen (auch Mobilfunk) ist die TelefonSeelsorge für Anrufende auch in Krisensituationen unkompliziert erreichbar.
Gleichzeitig wurden in Vierzehnheiligen die Vorstände der Evangelischen Konferenz für TelefonSeelsorge und Offene Tür e.V. (Vorsitzende: Ruth Belzner, Würzburg, stellvertr. Vorsitzender: Werner Korsten, Essen) sowie der Katholischen Konferenz für TelefonSeelsorge und Offene Tür (Sprecher: Josef Kraus, Eichstätt; stellvertr. Sprecher: Hans Jürgen Dörr, Mainz) gewählt, die in ökumenischer Zusammenarbeit die Arbeit der TelefonSeelsorge bundesweit koordinieren.
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